• Ferdinand Uth

Kurzrezension: Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel



Den Film „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" habe ich 2012 im Kino gesehen und seitdem

nicht mehr vergessen können. Weder die bunten, lebendigen Farben, noch die Bildgewalt oder die wundersame Geschichte von Pi Patel, der auf dem Weg von Indien nach Kanada Schiffbruch erleidet und mit einem Tiger aus dem Zoo seines Vaters in einem Rettungsboot landet. Deshalb wollte ich endlich auch den Roman lesen.

Die Handlung in Film und Buchen gleichen sich sehr: Pi ist der Sohn eines Zoobesitzers in Indien und möchte Hindu, Christ und Moslem gleichzeitig sein. Er sieht in jeder Religion etwas, das sie besonders macht und ihm nahe kommt. Als er 16 ist, beschließt der Vater jedoch, dass sie auswandern. Auf der Schiffsreise mit vielen der Zootiere kommt es jedoch zur Katastrophe: Das Schiff sinkt und nur Pi schafft es, sich in ein kleines Rettungsboot zu stürzen: Dort ist er plötzlich mit einem Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem Tiger

„Richard Parker" allein. Über zweihundert Tage kämpft Pi auf offener See ums überleben und muss sich dabei mit seinen Göttern und seinem Leben auseinandersetzen. Das Buch ist tatsächlich spirituell, aber nicht auf impertinente Weise: Jeder hat die Möglichkeit, am Ende seine eigenen Schlüsse aus Pis Geschichte zu ziehen.

Der Film hinterließ einen starken Eindruck, das Buch hat dafür ein paar mehr Feinheiten und Hintergrundwissen. Dabei bleibt es durchweg glaubhaft, was der Spannung zu Gute kommt. Einzig die Schilderung der japanischen Versicherungsangestellten am Ende ist für mich unglaubwürdig - für Japaner schienen diese mir einfach nicht höflich genug.


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