• Ferdinand Uth

Kurzrezension: Antwort aus der Stille von Max Frisch

Aktualisiert: 1. Sept.



In Max Frischs Erzählung „Antwort aus der Stille" von 1937 schlüpfen wir in die Rolle eines dreißigjährigen angehenden Lehrers, der immer erwartet hatte, etwas außergewöhnliches zu vollbringen und nun plötzlich auf dem Weg ist, ein normales Leben zu leben. Deshalb möchte er vor seiner Hochzeit noch etwas wagen: als Erster die unbezwingbare Nordwand eines Berges in den Schweizer Alpen, wo er früher mit seinem Bruder geklettert ist. Insgesamt fand ich das Buch ganz gut, allerdings ist es in seiner geraden Vorstellung und Behandlung des Themas irgendwie eindimensional. Man merkt, dass hinter den interessanten Gedanken noch der junge Max Frisch steckt. Homo Faber beispielsweise hat bereits ganz andere Qualitäten. Interessanterweise spiegeln diese Gedanken jedoch gewissermaßen seine Biografie: Max Frisch gab in jungen Jahren den Traum auf, Autor zu werden, und wurde Architekt. Erst später kehrte er zum Schreiben zurück.

Abschließend ein Gedanke aus dem Buch, der mir nachgegangen ist:

„Sein Wille wird ihn in den Nordgrat schicken, in die Tat oder in den Tod. Auch wenn er den Berg bezwingt, wird er darum ein andrer sein? Aber wer keine Sehnsucht mehr hat, keine echte Sehnsucht, was bleibt ihm anderes übrig als Ehrgeiz?"


2 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen