• Ferdinand Uth

Kurzrezension: Pariser Trilogie von Patrick Modiano

Aktualisiert: 1. Sept.



Bei der Pariser Trilogie handelt es sich um das frühe Werk des Nobelpreisträgers Modiano. Und im Gegensatz zu den eher ruhigen, melancholischen späteren Romanen lesen sich diese drei Erzählungen auch deutlich heftiger, schneller. Die Protagonisten sind dabei meist

junge Menschen, die in den 40er Jahren im besetzten Paris leben. Die Themen Identität sowie die Atmosphäre dieser Zeit stehen dabei im Vordergrund. Gerade die Erste der drei Erzählungen halte ich für ungemein gelungen. Diese handelt von einem jungen Mann, der in einer Gruppe von Kriegsgewinnlern als Spion arbeitet und dabei für die Zeit reich entlohnt wird. Doch will er das überhaupt? Und wer sind die Menschen im Widerstand, in deren Reihen er sich einschleichen soll?

Es ist kein Buch, was man mit an den Strand nehmen würde. Teilweise sind es sehr viele verschiedene, skizzenhaft beschriebene Charaktere und seitenweise Geschehnisse,

die man erst viel später versteht. Gleichzeitig bekommt man einen sehr authentischen Eindruck, wie das besetzte Paris sich angefühlt haben muss. Und am Ende berühren einen die letztlich verlassenen jungen Seelen, die in dem Chaos dieser schweren Zeit einfach nur überleben wollen und dabei zum Spielball der Mächtigen werden.

Patrick Modiano gehört unbedingt zu den Autoren, zu denen ich immer wieder gerne zurückkehre.

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